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Tagberichte

frosteis

kalt so weiß
frieren zum festpreis
festmeter
festfrieren
in eiswiesen
halmsprache
knirscht mich an
vokallos
schüttle den kopf
nicht
sonst fällt
mein eiskrönchen
herunter
bin schon tot
sogar tötest
genaugenommen
das macht lebhaft
plötzlich
als gäbs
noch was zu tun...

Wolkengrau.

rosa rosenrot
Wolkengraue Nässe.
rosenrotes rosenwasser
Nasskalt - so fühl doch hin.
nasskaltes frisches rosenrot
Schnee, schon bald
schneeweißes schneewittchen
Verrückte du , du wirst dir den Tod holen.
rosentod so roter Wittchenschnee
Zieh verdammt nochmal die Jacke an.
jackenroter rosentod im hals steckt wittchenbrot
Du spinnst doch, nimm dich endlich zusammen.
zusammengenommen: rosentotes wolkenwittchen schneeweißes

Nimm wenigstens den Schal.
und nicht den rosenwittchentod
Bitte.
mit deinem schönen schal

10 / 10 / 08

Warum wird nicht
mein Haar rot?
Warum fällt es
nicht ab -
mir um die Füße?

Greift doch auch
mein Verlangen
herbstentlaubt
herbstbeschienen
in den Raum,
den blau mir
dein Lachen erschafft
und:
weiß dein Haar
Liebster,
Wolken
ohne Gewicht.

mein straflager

schweigen. so hat man mich schon als kind brechen können, brach mich auch genau auf diese art: schweigen, mir kein wort widmen, mir kein ohr leihen. was das für lange nachwirkungen hat. sehr effektive erziehungsmethode, vorausgesetzt es ist einem egal was in dem derart erzogenen individuum vor sich geht.
gescheiterter versuch mich selbst auszulachen, du bist kein kind mehr, bist auch kein junger mensch mehr, du solltest darüber stehen, solltest dich verhärten können gegen das ausgesetzt sein. kann ich nicht, kanns nicht, hab schließlich auch nicht mein haus, mein kind, meine karriere geschafft. warum also sollte ich nicht leiden dürfen unter wortlosigkeiten, sprachlosigkeiten, ungewissheiten. auch wenn ich weiß, dass es gewissheit nur als fiktion gibt. worin findet sich der mensch? worin finden menschen einander? in lust, in leid, selten genug in liebe. wenns dann eben gerade leid ist, dann nehme ich eben das leid. genauso wünsche ich mir, die lust und die liebe annehmen zu können, sollten sie wieder zu mir finden irgendwann.
derweil also mein straflager "schweigen". ich werde mich selbst beschweigen, bereden, berufen, beworten, besatzen, belügen, bestreiten, besingen, bestrafen, beschreiben, bespotten, betrauern, begraben und - endlich endlich - beschweigen, vergessen, vergessen, mich endlich vergessen.

die vielen namen

die wir uns geben:
verwirrspuren.
reden uns raus auf schizo.
vergiss es!

wir sind ausweglos
du
und
ich.

sitzen am rand der vernunft
mit den beinen im nichts.
stell dir vor wir füllten es
mit uns!

lass uns springen
spieler...

Ver(s):tragen / erinnerungen an eine phorikerin

auf händen getragen,
bereite hände, starke hände, liebevolle hände, ihre hände - was getragen? wen getragen? was können solche hände schon tragen? zerbrechen glas, verlegen wichtiges, schlüssel in verkehrten schlössern. tragen - ohne sinn und zweck - leichtes, buntes, windflüchtiges mit sich herum. ein hauch, eine brise, und schon ist alles auf und davon! wo soll das hinführen? so kommt man zu nichts. torheit. man öffnet nicht einfach so die hände, wie unglaublich einfältig!
wie einer jener präparierten körper wird sie am ende ihre eigene haut zu markte tragen, auf den eigenen leergewehten händen wird sie sie tragen. die vorbeigehenden werden sagen: da! da trägt sie ihre haut zu markte, auf ihren eigenen händen, das innere nach außen gewendet. was kann ihr nur so unter die haut gegangen sein, dass sie sich ihrer entledigen, dass sie aus ihr herausfahren musste?
nehmt schon, so nehmt schon endlich, wird sie sagen, das 'warum' kann euch doch gleichgültig sein.
hattet ihr nicht gerufen: zieht der wölfin das fell über die ohren...?

Ver(s):bote

Ver(s):boten die Sehnsucht
Ver(s):wiesen der Haut
Ver(s):wegen dennoch lieben
Ver(s):schweigen, aber laut.

Die Boten: meine Verse.
Auf Wiesen: meine Verse.
Deine Wege: meine Verse.
Dein Schweigen: meine Verse.

lern ich zu l(i):eben in Ver(s):dichtungen.
Schreibe das Requiem zum Ver(s):lust.
Bleibt nur Schrift noch gegen Ver(s):spannung.
Ver(s):weile
Ver(s):klinge
Ver(s):gehe
im Vers

Manchmal sind Wünsche dicke doofe Spatzen

die sich immer dort hinsetzen wo jemand anderes gerade mit Schwung einen Eimer eiskaltes Putzwasser auskippt.

hundegebell - auf und ab

tiefer
die wolken
kalter morgen
in meine knochen
hat sich Sommer verkrochen
sucht warme haut
unverdrossen
vergeblich
herzschlag
blut strömt
es wird werden
irgendwie werden
gewiß wieder winter werden
dann lege ich mich
in eine deiner
poren und
tue als ob
ich da
wäre.
echt!

tropfen zeit,

rinnt nicht mehr
von der rose.
hält sich fest,
mich fest.

tropfen schweiß,
rinnt nicht mehr
von der stirn.
sitzt im wall
aus salz.


tropfen blut,
rinnt nicht mehr
durch mein herz.
steht in der kammer,
bleibt starr.

tropfen traurigkeit,
rinnt nicht mehr
aus dem auge.
bleibt unterm lid
wie blei.

tropfen zeit,
rinnt nicht mehr
von der rose.
lässt mich
warten,
fallen.
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Die Tage und Die Nächte

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